Die pädagogische Arbeit in der Kallamatsch basiert auf dem Situationsansatz. Was bedeutet, dass wir unsere Arbeit nach den Interessen, Bedürfnissen und Erfahrungen der Kinder ausrichten. Wir akzeptieren alle Kinder wie sie sind, nehmen ihre Stärken und Schwächen wahr und fördern sie.

Die Kinder finden in unserer Kindergruppe einen persönlichen Ort mit einer familiären Atmosphäre, in der sie sich wohlfühlen und frei entwickeln können.

Umwelt und Gesundheit

Die Kallamatsch begleitet die Kinder dabei selbstständig zu werden, um sich in der Erwachsenenwelt orientieren zu können. Als Erziehungsschwerpunkte stehen dabei insbesondere Umwelt und Gesundheit im Blickpunkt.

Sowohl die Pflege der eigenen Person (Hände waschen, Zähne putzen) als auch die Pflege der Umgebung (aufräumen, Tisch decken, Pflanzen gießen) sind altersgerecht einbezogen. Das Üben dieser alltäglichen Beschäftigungen hilft den Kindern, sich im Alltag zurechtzufinden. Das Anfordern von Unterstützung, um einen selbstständig begonnenen Prozess zu vollenden (zum Beispiel Brot schmieren, Schuhe an- und ausziehen) gehört zu den Übungen des Alltags.

Kinder sind kreativ. Sie nehmen ihre Umgebung mit allen Sinnen wahr. Unterschiedliche Möglichkeiten helfen ihnen, sich auszudrücken und mitzuteilen. Musik, Malen, Bewegen, Gestalten, Darstellen – all dies erleben und erproben unsere Kinder im Kindergruppenalltag.

Musik

Anfang 2019 haben wir uns dazu entschieden, Musik mit in den Kindergruppen-Alltag einfließen zu lassen.

Neben unserem Sitzkreis, in dem wir bereits viel Singen, und dem gesanglichen Begleiten von Alltagssituationen, haben wir nun auch jeden Mittwoch: Musiktag. Dazu haben wir die Kinder in zwei Gruppen von jeweils 5 und 6 Kindern eingeteilt und diese Kleingruppen machen abwechselnd mit einer Erzieherin Musik.

Warum Musik?

Singen, Tanzen und Musizieren sind elementare Ausdrucksformen der Menschheit. Auch kleine Kinder haben ein großes Bedürfnis mit ihrer Stimme und ihrem Körper musikalisch und rhythmisch tätig zu sein. Sie lassen sich von Liedern beruhigen, bewegen sich gerne im Rhythmus der Musik und äußern Gefühle und Stimmungen in Melodien und Liedern (aus dem Orientierungsplan für Bildung und Erziehung im Elementarbereich niedersächsischer Tageseinrichtungen für Kinder, die Arbeit mit Kindern unter 3 Jahren).

Respektvoller Umgang miteinander

Umgangsformen untereinander können von den Kindern erprobt und geübt werden, um ein rücksichtsvolles Miteinander zu erfahren und Freundschaften zu schließen. Ein offener, warmherziger und liebevoller Umgang miteinander unterstützt die Akzeptanz und das Einhalten von Gruppenregeln. Einen Standpunkt vertreten mit dem „Nein“-Sagen, die Konsequenz daraus zu erfahren und lernen, damit umzugehen – das ist ein wichtiger Bestandteil in der Beziehungs- und Konfliktfähigkeit. Auch hier erhalten die Kinder Unterstützung in unserer Kindergruppe.

Sozialverantwortliche Verhaltensweisen sind in der Kallamatsch ein zentrales Erziehungsziel. Im täglichen Freispiel wird der respektvolle Umgang miteinander sowie sinnvolles Konfliktverhalten geübt, unterstützt und verselbstständigt. Die Entwicklung und Stärkung der Sozialkompetenz des Kindes stehen im Vordergrund.

Gruppenregeln werden nicht nur erklärt, sondern wenn möglich aus der Situation heraus mit den Erzieherinnen neu entwickelt und festgelegt.

Kommunikation

Die Fähigkeit, Sprache(n) zu erwerben ist Teil der genetischen Veranlagung eines Menschen. Das Gehirn eines Kleinkindes ist von Natur aus darauf vorbereitet, sprachliche Muster zu entdecken sowie Regeln zu bilden und zu verfeinern. Schon die Kleinsten verstehen viel. Bevor Kinder selbst erste Wörter aussprechen (Sprachfähigkeit), verfügen sie bereits über einen passiven Wortschatz. Sie zeigen durch ihre Blickrichtung oder ihr Verhalten, dass sie eine Mitteilung oder eine Aufforderung verstehen können (Sprachverständnis).

Die Sprachentwicklung verläuft individuell so unterschiedlich, dass in den ersten drei Lebensjahren nur schwer von einer altersgemäßen Entwicklung gesprochen werden kann, deshalb fördern wir jedes Kind entsprechend unterschiedlich im Kindergruppen-Alltag in Form von Gestik, Mimik und Sprache.

Wir begleiten die Kinder sprachlich während des Spielens, beim Aufräumen und anderen Alltagssituationen. Außerdem bringen wir viel Gesang mit ein, wie z.B. beim Zähneputzen, beim Wickeln oder vor dem gemeinsamen Mittagsessen.

Durch die sprachliche Begleitung von Pflege-, Spiel- und Alltagssituationen mit Mimik, Gestik, einfachen Sätzen, das Singen von Liedern, das Vorlesen von Büchern sowie Gespräche über Bilder, Fotos vertrauter Personen oder Ereignisse aus dem Alltag der Kindertageseinrichtung schaffen wir Kommunikations- und Sprachanlässe, die Anregungen für sprachliche Entwicklung eines Kindes sind.

Auch Reime, Lieder und Fingerspiele – also eine betonte Sprache in Verbindung mit weiteren sinnlichen Reizen, Bewegung und Handlung – unterstützen die Kinder in ihrem Spracherwerb (aus dem Orientierungsplan für Bildung und Erziehung im Elementarbereich niedersächsischer Tageseinrichtungen für Kinder, die Arbeit mit Kindern unter 3 Jahren).

Eingewöhnung

Die Eingewöhnung in der Krippe ist ein Prozess, an dem Kind, Eltern und Erzieherinnen beteiligt sind. Das Kind wird mit Neuen und Unbekannten konfrontiert. Daher ist es uns wichtig, dem Kind und den Eltern eine individuelle Eingewöhnung zu bieten. Wir möchten ihnen genug Zeit geben, Vertrauen aufzubauen, um sich lösen zu können. Dies bietet ein gestaffelter Einstieg, bei dem sich eine Erzieherin auf das Kind und seine Eltern konzentrieren kann. Das Team beobachtet, nimmt langsam Kontakt zu dem Kind auf und entscheidet gemeinsam mit den Eltern über den ersten „Abschied“. Die Trennungszeit wird dann nach und nach erweitert, bis das Kind den ganzen Tag alleine in der Kindergruppe bleibt.

Die Rolle der Eltern

Wir legen viel Wert auf die Mitarbeit der Eltern und den Austausch untereinander. Die Eltern sind die Arbeitgeber, sie entscheiden, welche Ernährung die Kinder bekommen, erarbeiten gemeinsam mit den Erzieherinnen das pädagogische Konzept und machen Vorschläge für die Gestaltung des Kindergruppenalltags.

Zu diesen Rechten gehören natürlich auch Pflichten. Eine Kindergruppe als Elterninitiative funktioniert nur, wenn die Eltern Verantwortung übernehmen und engagiert mitarbeiten: Kochen, Putzen, Garten- und Vorstandsarbeit sowie die Unterstützung des pädagogischen Teams. Von allen Eltern wird ein gewisses Maß an zeitlichem und emotionalem Engagement erwartet.

Einmal monatlich finden Elternabende statt, auf denen organisatorische und auch inhaltliche Fragen geklärt werden. Highlights im Kindergruppenjahr sind ein gemeinsames Wochenende mit allen Familien, Laternenfest, Sommerfest sowie die Weihnachtsfeier. So entsteht eine Gruppe von Erwachsenen und Kindern, die sich auch untereinander helfen oder sich darüber hinaus sogar privat treffen. Die Eltern können nachvollziehen, wie der Alltag in der Kindergruppe aussieht, weil sie ihn selbst erleben oder in vielen kleinen Gesprächen mit den Erzieherinnen beim Holen und Bringen die Befindlichkeiten der Kinder analysieren.